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Far West Spiel für PC und Windows

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Vor knapp acht Wochen erhielt Gamesdesk die Möglichkeit zu einem Gespräch mit dem Entwicklungsleiter von Phenomedias Softwarelabel Greenwood, dem “Planer”-Schöpfer Holger Beisheim. Derzeit sind unter seiner Leitung drei Projekte in Arbeit, von denen eines konzeptionell im Wilden Westen angesiedelt ist. Die Thematik des Wilden Westens wurde in der Vergangenheit etwa bereits in Lucas Arts Outlaws, Spellbounds Desperados und einigen älteren Klassikern erfolgreich versoftet. Anders als bei den beiden Beispielen geht es beim Genremix Far West darum, unter ökonomischen und strategischen Gesichtspunkten gepaart mit einigen Actionelementen – unter Berücksichtigung der Lebensumstände im damaligen Wilden Westen des 19. Jahrhunderts – als frischgebackener Rancher und Greenhorn in Sachen Rinderzucht, zum wohlhabenden und einflussreichen Rinderbaron aufzusteigen. Wir konnten uns exklusiv anhand einer frühen lauffähigen Far West-Version vom ungeheuren Potential der Spielidee und der bereits jetzt sehr detailverliebten Umsetzung einen ersten Eindruck machen.

Der geschichtliche Hintergrund:

Der unabhängige amerikanische Kontinent mit seinen unendlichen Weiten stellte bei seiner Besiedlung gen Westen harte Anforderungen an die Siedler und späteren Stadtväter aufstrebender kleiner Städte. Anfangs vom Goldrausch in den Kern des Kontinents getrieben, mussten sie bald feststellen, dass es mehr als nur Gold zum Leben braucht. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 stand der Bundestaat Texas durch hohe Kriegsschulden zudem am Rande des Ruins. Die Lösung der Probleme: Viehwirtschaft im grossen Stil. Die von den spanischen Eroberern auf dem Seeweg über den Rio Grande eingeführten und mittlerweile verwilderten Rinder, die sogenannten “Long Horns”, erwiesen sich als robuste Zuchttiere und sollten berühmten Rinderbaronen wie Charles Goodnight bald lukrativen Handel mit dem hungrigen Norden ermöglichen.

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Getting started:

Der Spieler findet als Greenhorn in Sachen Rinderzucht mit seiner Ranch innerhalb des schicken 3D Terrains wieder. Der Aufbau einer lukrativen Zucht ist teuer und beschwerlich und wird von diversen Gefahren begleitet. Nichts liegt näher, als im Saloon der naheliegenden Stadt ein paar preiswerte Trunkenbolde mit recht zweifelhaften Qualitäten für die Betreuung der beim Viehhändler erworbenen Rinderherde anzuwerben, die sich nur mit Mühe im Sattel halten können. Mit der Zeit werden die Cowboys aber dank eines ausgefeilten Charaktersystems durch zusätzliche Level-Up`s an Erfahrung gewinnen. Um die Cowboys vor Ort mit dem nötigsten zu versorgen, sollte im Livery Stable an den Kauf eines Lieferwagens, dem “Chuckwaggon”, gedacht werden, in dem später die im General Store eingekauften Vorräte an Bohnen, Kaffee, Munition und natürlich Whiskey von einem verschlagenen Koch bewacht werden. Hierdurch kann auch verhindert werden, dass sich die Cowboys einmal in der Woche von der Herde abwenden, um sich in der Stadt selbst zu versorgen.

Sowie die anfangs kleine Rinderherde von den Cowboys nun aus der Stadt zur Weide und der naheliegenden Wasserstelle gebracht wurde, vermehrt sie sich von selbst. Erst bei grösseren Herden wird deren Vermehrung durch Dürreperioden und Wasserknappheit oder nicht ausreichendes Weideland begrenzt. Wenn erste Erfolge in der Rinderzucht vorzuweisen sind, braucht man für den Nachweis des Eigentums an den Rindern noch ein Brandzeichen. Kein Viehhändler würde Rinder ohne Brandzeichen ankaufen! Hierzu braucht es wiederum einen geeigneten Niederbordwagen, mit dessen Hilfe die Cowboys das im Branding-Book eingetragene Brandzeichen auf die Rinder aufbringen, dass diese später als verkaufsfähiges Eigentum beim Viehhändler ausweisen wird. Neben Dürreperioden gefährden auch Viehdiebe, hungrige Wölfe und die neidische Konkurrenz den eigenen Geschäftserfolg. Nur gut, dass im Saloon ständig verwegene Revolverhelden und arbeitslose Fallensteller angeworben werden wollen.

Des weiteren ist die Gesundheit der Herde zusätzlich durch diverse Seuchen gefährdet. Zur Sicherheit der eigenen Herde lohnt es sich also durchaus, auch in wachsame Cowboys und deren Unterkünfte zu investieren. Erfahrene Westmänner bringen jeweils unterschiedliche Fähigkeiten mit, die unter anderem auch Einfluss auf die Moral der gesamten Cowboytruppe haben und sind sich dessen leider auch bei den Gehaltsforderungen bewusst. Letztendlich sind fähige und etwa durch einen Revolverhelden im Team motivierte Cowboys aber eine lohnenswerte Investition, da nur eine Profitruppe die ständig wachsende Herde im Griff hat oder auch ängstliche und ausbrechende einzelne Tiere schnell wieder einfangen kann.

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John Woo’s Stranglehold Preview für PC, XBox360 und PS3

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Die Geschichte in „John Woo’s Stranglehold“ dreht sich hauptsächlich um die Dragon Claw, die mächtigste Triade Hongkongs. Diese wird von einer aufstrebenden neuen Gang bedroht, die das Traditionsgeschäft, das sich seit fast 30 Jahren in den Händen von James Wong befindet, übernehmen möchte. Wongs „Verbindungsmänner“ bei der Hongkonger Polizei bringen ihn dazu, bei der Suche nach seiner gekidnappten Tochter und Enkelin beim hart gesottenen Veteranen Inspektor Tequila, dessen Rolle ihr übernehmt, Hilfe zu suchen.

Tequila, der von vergangenen Geschehnissen, in denen Wong seine Hand im Spiel hatte, verfolgt wird, kämpft sich in sieben Kapiteln buchstäblich cineastisch von den Gassen Kowloons bis zu den vornehmen Wolkenkratzern von Chicago, bis er in das Kreuzfeuer um den lukrativen Heroinhandel Hongkongs gerät. Das Ganze wird wie in einem Film mit mehreren Zeitsprüngen und InGame-Zwischensequenzen präsentiert.

Erste Auffälligkeit beim Gameplay ist die so genannte „Tequila-Time“, die automatisch oder manuell aktiviert werden kann. Das Feature erinnert an die aus der „Max Payne“-Reihe bekannten „Bullet-Time“ und entpuppt sich als Zeitlupenfunktionen für präzise und vor allem stilvolle Schussgefechte.

Interessant ist auch die „Tequila-Bomb-Anzeige“, welche im Spielverlauf nach und nach aufgedeckt wird. Diese lässt sich mit stylischen Aktionen oder den so genannten Origami-Kranichen (diese sind auch für Tipps da) auffüllen und kann mittels der Tasten 1-4 für vier verschiedene Aktionen eingesetzt werden. Taste 1 kann eure Gesundheit neben Medi-Packs beispielsweise auch mitten im Gefecht auffrischen. Taste 2 kann für einen Präzisionsschuss verwendet werden, der beim Auslösen cineastisch in Szene gesetzt wird. Die Tasten 3 und 4 stehen für einen Drehschuss und das Trommelfeuer – beide Aktionen können euch gerade bei Gegnermassen oder stärkeren Zwischengegnern aushelfen.

Ebenfalls in diese Kategorie einzuordnen ist das so genannte Standoff-Minispiel, welches immer dann zum Einsatz kommt, wenn Tequila von Gegnern umzingelt ist. Hier müsst ihr mit den Tasten A und D den Schüssen der Kontrahenten weichen und in wenigen Augenblicken den jeweils anvisierten Gegner treffen.

Stil als Schlüssel zum Erfolg

Vorgegangen wird strikt linear. Habt ihr eine Aufgabe erfüllt bzw. alle Gegner getötet, so öffnet sich die nächste Tür oder ein folgendes Ereignis wird ausgelöst. Tequila kann dabei ein durchdachtes Waffenarsenal von Maschinenpistolen bis hin zu Raketenwerfern bedienen. Im späteren Spielverlauf erwarten euch teilweise so hohe Massen an Gegnern, dass es lästig wird – „Serious Sam“ lässt grüßen. Und von der KI brauchen wir gar nicht erst zu reden…

Sehr gelungen ist hingegen die Möglichkeit, mit nahezu allen Objekten im Spiel interagieren zu können. So könnt ihr einen Tisch umtreten, um die Platte als Deckung zu nutzen. Oder ihr huscht in „Tequila-Time“ darüber und erledigt auf dem „Weg“ ein paar Gegner. Generell geht es darum, möglichst anschauliche Action-Szenen zu liefern, um viele Stil-Serne zu erreichen, die euch Punkte liefern, welche ihr später in Videos, Making-Ofs, Skins und anderes Bonus-Material umtauschen könnt. Alle Objekte, die euch zu stilvollen Szenen verhelfen, sind beim näher kommen übrigens weißlich markiert.

john woo spiel

Des Weiteren könnt ihr die Interaktionen mit Objekten und Umgebung auch für andere Strategien nutzen. Teilweise müsst ihr sogar darauf zurückgreifen, um fortschreiten zu können: Im Penthouse-Kapitel müsst ihr beispielsweise die Lampen aus Distanz von der Decke schießen, sodass diese die Laserschranken zum Explodieren bringen, ohne das ihr Schaden nehmt. Beeindruckend wirkt bei alldem übrigens die Physik-Engine, welche ein sehr realistisches Gesamtbild erzeugt.

Direkt speichern könnt ihr übrigens nicht. Allerdings ist das Spiel mit vielen Kontrollpunkten bestückt, sodass ihr die Aufgaben je nach persönlichem Können in jedem der drei verfügbaren Schwierigkeitsgrade ohne größere Frustausbrüche meistern könnt.

Kosten und Mühen werden belohnt

Die Hölleninstallation von zwei DVDs, die insgesamt 13 GB Festplattenspeicher benötigen, lohnt sich. Nachdem das Intro viele Fragen aufwirft, werdet ihr schon mit den ersten Schritten in der Haut von Tequila die Spielwelt genießen. Gelungene Animationen sorgen gemeinsam mit superben Effekten (vor allem in der Tequila-Time), cineastischen InGame-Sequenzen und der nahezu vollständig zerstörbaren Umgebung für eine unverwechselbare Atmosphäre – die Unreal-Engine leistet volle Arbeit. Dabei erweisen sich die Schauplätze zudem als sehr unterschiedlich: Mal geht es an das Meer, mal in ein Ghetto-Viertel, mal in ein Penthouse oder in ein asiatisches Luxus-Restaurant. Hin und wieder müsst ihr jedoch mit kleineren Slowdowns rechnen, wenn es auf neue Spielabschnitte zugeht.

Zwiespältig haben wir die Vertonung von „Stranglehold“ wahrgenommen. Während sich Effekte und Soundtrack oscarreif präsentieren, erweist sich die deutsche Sprachausgabe gerade noch als solide. Es fehlt an Emotionen und Ausdruckskraft. Kleinere Fehler haben sich übrigens auch bei der Übersetzung der Untertitel eingeschlichen.
Gar nicht gut gefallen haben uns außerdem Abstürze, mit denen ihr gelegentlich rechnen müsst.